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Besucher seit April 2007: Dimi's Homepage: Güggeli: gequält und ausgenutzt
TIERREPORT1/200728 Für Importeure, Detaillisten und Gastro- nomen ist es ein gutes Geschäft: Ob Südostasien, Europa oder Amerika, weltweit produzieren Geflügelkonzerne in Hallen mit 50000–100000 Masthüh- nern durchrationalisiert und industrie- mässig Poulets zu konkurrenzlos günsti- gen Preisen. Die Überschüsse aus dieser Massenproduktion finden zunehmend ihren Weg auch in die Schweiz. 40000 Tonnen resp. 5 Kilogramm pro Einwoh- ner sind es jährlich, wofür umgerechnet etwa 25 Millionen vornehmlich brasili- anische, deutsche und französische Hühner ihr Leben lassen müssen. Der STS wollte es genau wissen und hat im letzten Jahr Mastanlagen in Euro- pa besucht sowie neue Untersuchungen und Studien zur Tierschutzrelevanz der industriellen Geflügelproduktion durch- gearbeitet. Die Fakten sind erschütternd! Hier fünf Gründe, konsequent auf aus- ländisches Geflügelfleisch zu verzichten: Grund Nr. 1: Gesundheitsrisiko für Konsumenten Das Bundesinstitut für Risikoforschung BfR in Deutschland hat krankheitserre- gende Salmonellen in jeder sechsten deutschen Masthähnchenherde nachge- wiesen. Die Ergebnisse bestätigen laut BfR, dass deutsches Hähnchenfleisch eine bedeutende Quelle für Lebensmittelinfek- tionen darstellen kann. Ähnlich erschre- ckende Zustände finden sich auch in Ge- flügelbetrieben der meisten anderen EU- Länder. Besorgniserregend ist ferner, dass ein Teil der Salmonellenstämme offenbar bereits Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt hat und entsprechend schwer zu bekämpfen ist. Zum Vergleich: In Schweizer Geflü- gelbetrieben beträgt die Salmonellosen- häufigkeit um 0,5 Prozent, was im Vergleich zu den ausländischen Tier- fabriken nach Meinung von Veterinärex- perten einer «Gesundheitsinsel» gleich- kommt. Grund Nr. 2: hohe Sterblichkeit In der drangvollen Enge der riesigen, fa- brikmässigen Hallen stirbt durchschnitt- lich jedes 20. Tier vor der Schlachtung. In einer Halle mit 100000 Tieren müssen während der kurzen Mastdauer von 40 Tagen rund 5000 Kadaver entsorgt wer- den. Neben der tierschutzwidrigen Hal- tung ist die Überzüchtung der Tiere schuld an diesem Massensterben. Zwei Todesursachen stehen im Vordergrund: plötzlicher Herztod (äusser- lich gesund wirkende Tiere sterben innert 40 bis 60 Sekunden) und «Wassersucht». Importgüggeli sind billig, die Gewinnmarge für die Importeu- re ist interessant. Darüber lässt sich leicht verdrängen, dass mit diesen Tieren herz- und schonungslos umgegangen wird. Einheimische, bäuerliche und tierfreundliche Geflügelmäs- ter werden immer mehr ins Abseits gedrängt.
Bei Lletzterer leiden die Tiere über Tage und Wochen und sterben einen qualvol- len Tod. Das Herz wird immer grösser, Le- ber- und Lungenfunktion verschlechtern sich und im Körper sammeln sich grosse Mengen an Wasser an. Ein Grossteil der überzüchteten Tiere kann sich nicht mehr normal und nur mehr unter Schmerzen bewegen. Dies belegt unter anderem ein Experiment englischer Wissenschaftler, die diesen Tieren die Wahl zwischen einem handels- üblichen und einem mit Schmerzmitteln angereicherten Futter liessen. Die Tiere sprachen eindeutig dem Medizinalfutter zu und bewegten sich in dieser Zeit wie- der fleissiger. Weil jeder Schritt schmerzt, ruhen die Tiere fast 90 Prozent des Tages in der feuchten, mit Kot angereicherten und wegen der stattfindenden Gärungs- prozesse über 30 Grad warmen Einstreu. Als Folge davon entzündet sich die Haut im Bauchbereich und kann zu fau- len beginnen. Es besteht kein Zweifel, dass diese Prozesse extrem schmerzhaft sind. Zum Vergleich: In Schweizer Frei- land-Masthühnerbetrieben sind derartige Krankheiten nahezu unbekannt. Trotz vielen natürlich vorkommenden Feinde, wie Fuchs und Habicht, die sich schon einmal einen «Sonntagsbraten» aus dem Hühnerhof abholen, und einem fast dop- pelt so langen Leben beträgt hier die Ab- gangsrate nur einen Fünftel von jener der Tierfabriken. Grund Nr. 3: miserable Haltungsbedingungen In den ausländischen Mastanlagen wird den Tieren meistens das Tageslicht vor- enthalten. Dafür brennen Kunstlicht- lampen Tag und Nacht, um den Futter- konsum und das Wachstum anzukur- beln. 20–30 Tiere müssen sich einen Quadratmeter Platz im Stall teilen, d.h., ein A4-Blatt stellt den Lebensraum von zwei Masthühnern dar. Zum Vergleich: In der Schweiz sind selbst für konventionelle Mästereien Ta- geslicht und mehr Platz für die Tiere vorgeschrieben. Die meisten Betriebe bieten den Tieren zudem zusätzlich ei- nen Wintergarten an für mehr Bewe- gung, zum Scharren und zum Sonne- tanken. Besonders tierfreundlich ist na- türlich die Freilandhaltung. Grund Nr. 4: qualvolle Transporte Untersuchungen in der EU zeigen, dass rund 10 Millionen Hühner und Truten auf dem Transport in den Schlachthof eingehen. Während Geflügel kurze Transportzeiten in den im Camion auf- einandergeschichteten Kunststoffkäfi- gen meist gut übersteht, sind längere Transporte vornehmlich im Sommer wegen der grossen Wärmeproduktion der dicht «gepackten» Tiere problema- tisch. Dabei sind Truten besonders an- fällig. Doch die Transporttoten stellen nur die Spitze des Leidens dar. Beim Fangen und Verladen der Tiere in die Transport- kisten wird meist ruppig zur Sache ge- gangen. Das einzelne Tier zählt in einer Halle mit Zehntausenden von Indivi- duen nicht mehr. 3 Prozent der Mast- hühner ziehen sich dabei gemäss engli- schen Studien Knochenbrüche und 4,5Prozent verrenkte Glieder zu. Noch härter trifft es die schweren Truten: Hier wurden gar bei jedem zehnten Tier Glie- derverrenkungen diagnostiziert. Zum Vergleich: Schweizer Transpor- te sind meist kürzer und beim Verladen der Masthühner wird mit mehr Sorgfalt gearbeitet. Grund Nr. 5: Ende der tierfreund- lichen bäuerlichen Geflügelmast Bereits stammen 55 Prozent des Geflü- gelfleisches aus ausländischen Tierfabri- ken. Ein Grossteil wird in Restaurants an- geboten. Mit den Billigpreislinien der De- taillisten findet industriell produziertes Geflügelfleisch aber auch den Weg in die Privathaushalte. Natürlich wird die Tier- qual hinter den ausländischen Poulet- brüstchen und -schenkeln weder in den Restaurants noch im Laden deklariert, so- dass die meisten Menschen gutgläubig – und weil die Produkte billiger sind – ger- ne zugreifen. Den Kürzeren ziehen dabei unsere Bauern, die noch mehrheitlich in über- schaubaren, bäuerlich geprägten Ställen ihr Geflügel mästen. Denn sie können im teureren Schweizer Umfeld preislich nicht mit den Tierfabriken im Ausland Schritt halten. Besonders betroffen sind jene beispielhaften Landwirte, die ihrem Mastgeflügel regelmässigen Auslauf ins Freie, auf eine Weide geben und entspre- chend viel Aufwand betreiben. Selbstver- ständlich resultiert aus dieser tierfreund- lichen Haltung das qualitativ bessere Fleisch und die Tiere sind hier gesünder. Je stärker aber die Konkurrenz durch die Billigimporte wird, desto mehr tier- freundliche Schweizer Bauern müssen ih- ren Betrieb aufgeben. - Hansuli Huber STS-Geschäftsführer Fachbereich
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